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02.2016 HUMANITARIAN AWARD FÜR FRANKFURTER MEDIZINER

In Kalifornien wurde Prof. Kai Zacharowski von der Patient Safety Movement Foundation neben US-Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden für seinen wichtigen Beitrag zur Reduzierung vermeidbarer Patientensterbefälle ausgezeichnet.

 

Die Patient Safety Movement Foundation hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der vermeidbarenTodesfälle von Krankenhauspatienten weltweit bis zum Jahr 2020 massiv zu reduzieren. Daher zeichnet sie jährlich auf dem World Patient Safety, Science and Technology Summit die besten Ideen und Initiativen mit dem Humanitarian Award aus. Einer der insgesamt vier Preisträger für das Jahr 2015 ist Prof. Kai Zacharowski, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Frankfurt. Er erhielt die Auszeichnung beim diesjährigen Kongress Ende Januarin Kalifornien für seine Forschung zu einem neuen System des Blutmanagements. Mit diesem werden die knappe Ressource Blut möglichst sparsam eingesetzt und gleichzeitig die Patientensicherheit erhöht. Neben dem Frankfurter Mediziner wurden der amerikanische Präsident Barack Obama und Vizepräsident Joe Biden für ihren Einsatz zur Etablierung des flächendeckenden Krankenversicherungsnetzes geehrt. Die weiteren Preisträgerinnen sind Senatorin Barbara Boxer und Patientenaktivistin Alicia Cole.

 

„Ich bin sehrglücklich, dass unsere Forschung und unser Beitrag zu dieser Debatte von der Patient Safety Movement Foundation in dieser besonderen Form gewürdigt wurde",so Prof. Zacharowski. Sein leitender Oberarzt, Prof. Patrick Meybohm, ergänzte: „Wir haben hier in den USA eine Bühne für unsere Ergebnisse bekommen, die einen Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung der Blutarmut und deren Therapie bewirken kann." An dem Kongress nahmen 250 internationale Fachleuten aus Medizin und Politik teil, unter anderem der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

 

Darüberhinaus reiste die Studiengruppe aus Deutschland mit Vertretern aus 4 Universitätskliniken an (Frankfurt, Bonn, Kiel und Münster). Die Gruppen beendeten jüngst ihre Studie zum Patient Blood Management mit 129.000 Patienten.
 
Von links nach rechts: Priv.-Doz. Dr. Renner (Kiel), Prof. Meybohm (Frankfurt), Prof. Zacharowski (Frankfurt), Priv.-Doz. Dr. Grünewald (Kiel), Dr. Wittmann (Bonn) und Prof. Baumgarten (Bonn). Auf dem Bild fehlt Herr Prof. Van Aken (Münster).
 
Neuartiges Konzept mit großem Potenzial
 
Joe Kiani, der Gründer der Vereinigung, betonte bei der diesjährigen Ehrung, wie wichtig die Arbeit der Preisträger für die Reduktion vermeidbarer Todesfälle im Krankenhaus sei. Prof. Zacharowski präsentierte auf dem Kongress denTeilnehmern seine Thesen und Forschungsergebnisse, für die er ausgezeichnet wurde. Wenn vor einer OP bei einem Patienten eine Blutarmut – eine sogenannte Anämie – besteht, führt das zu einem erhöhten Risiko für Komplikationen im Rahmen der Operation und der Nachversorgung. Eine Anämie ist vor allem durch eine verminderte Konzentration an Hämoglobin im Blut gekennzeichnet. Hämoglobin transportiert Sauerstoff und ist Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen. Diebisherige Lösung war in solchen Fällen die Gabe von Fremdblutkonserven. Allerdings können durch sie auch zusätzliche gesundheitliche Komplikationen wie zum Beispiel Nierenschädigungen auftreten. Das von Prof. Zacharowski und seinemTeam entwickelte Blutmanagementsystem hat das Potential, in zahllosen Fällen Schaden von Patienten abzuwenden. Das Modell beinhaltet drei Schritte: Man identifiziert jene Patienten, die ein erhöhtes Risiko einer Anämie haben. Die Hämoglobinwerte dieser Patienten werden vor der Operation erhöht. Damit wird die Wahrscheinlichkeit minimiert, einen Schwellenwert zu erreichen, bei dem eine Bluttransfusion nötig wäre. Mit Hilfe dieses wegweisenden Ansatzes lassen sich bis zu 20 Prozent der Bluttransfusionen reduzieren, das Risiko akuter Nierenschädigungen und Kosten senken – ohne die Gesundheit des Patienten aufgrund einer möglichen Blutarmut zu gefährden.
 
 

03.2015 ERSTES DEUTSCHES PATIENT-BLOOD-MANAGEMENT-SYMPOSIUM IN FRANKFURT AM MAIN
 

 

Am 27. März 2015 fand das erste Deutsche Patient-Blood-Management-Symposium in Verbindung mit dem Jahrestreffen des Deutschen Patient-Blood-Management-Netzwerkes in Frankfurt statt. Die Veranstaltung, organisiert durch die Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie und dem Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, DRK-Blutspendedienst Baden Württemberg-Hessen wurde von 350 Teilnehmern besucht.
 

  

 Professor Zacharowski bei der Willkommensrede
 
 Das Auditorium: Wir haben uns über den zahlreichen Besuch sehr gefreut.
 
 
Nationale und internationale Experten haben dem interessierten Publikum aufgezeigt, wie ein PBM-Konzept in ihren Kliniken umgesetzt wird. Jede Präsentation wurde von anregenden Diskussionen und Erfahrungsaustausch begleitet.
 Professor Gombotz, Wien
Dr. Alwyn Kotzé, West Yorkshire
Amelie Wolfgart, Prof. Marisa Marques, Birmingham, Dr. Dania Fischer
 
 
Zeitgleich führte der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen am Universitätsklinikum Frankfurt eine Blutspende-Aktion durch, die zahlreich angenommen wurde.

 

 
Im Rahmen des Symposiums fand ein Ideenwettbewerb statt, an dem jeder mit einer innovativen Ideen zum PBM teilnehmen durfte. Viele interessante Beiträge und Vorschläge haben uns erreicht und die Entscheidung über die Platzvergabe ist uns nicht leicht gefallen. Die drei bestplatzierten Wettbewerbsteilnehmer wurden vom Dr. Lohfert von der LOHFERT STIFTUNG ausgezeichnet.
 

 

 Der erste Preis ging an Frau Mona König-Jung, die viele interessante Ideen
zu Präsentation und Verbreitung von PBM sowie zur Einführung eines erweiterten
Systems der Blutkonservenverfolgung hatte.

 

Das Frankfurter PBM-Team dank herzlich für die zahlreiche Teilnahme sowie bereichernde Beiträge und Feedbacks.